Boards & More, SQlab, ION Bike, Knieschoner MTB, MTB Handschuhe, SQlab Sattel, ION K Pact, Protektoren Level 2, Bike Ergonomie, MTB Gewinnspiel, Duotone, Fanatic

Veröffentlicht von den Radical Life Studios / MTB Report

Duotone, ION, SQlab, Fanatic: vier Marken, ein Haus. Wie aus drei Surfbrett-Herstellern der 70er ein Konzern mit 113 Millionen Euro Umsatz wurde, warum der Wassersport-Riese seit 2013 aufs Bike setzt und was Einsteiger davon haben. Am Ende wartet unser Gewinnspiel.

von Robert Langer

Frag zehn Mountainbiker nach ION, und die meisten denken an Knieschoner. Frag sie nach SQlab, und du hörst etwas vom Sattel mit der Stufe. Dass beide Marken unter einem Dach wohnen, und dass dieses Dach sein Geld vor allem mit Kites, Windsurfsegeln und Wingfoils verdient, wissen die wenigsten. Das Dach heißt Boards & More.

Wir haben uns die Firma genauer angesehen: ihre Herkunft, ihre großen Würfe auf dem Wasser, ihren Weg aufs Bike. Und dann den Teil, der uns am meisten interessiert, nämlich was die Gruppe für Leute baut, die am Wochenende auf den Hometrail wollen und heil und schmerzfrei wieder zurückkommen möchten.

Drei Surfmarken, ein Zusammenschluss

Die Wurzeln liegen im Windsurf-Boom. Zwischen 1976 und 1981 entstehen Mistral, F2 und Fanatic, Namen, bei denen ältere Surfer heute noch leuchtende Augen bekommen. Im Jahr 2000 werden die drei Unternehmen zur Boards & More Group zusammengeführt, ein Jahr später kommt Kiteboarding als zweite Sparte dazu.

Wie jede Firma in einer wetterabhängigen Nischenbranche hat auch Boards & More ruhigere und bewegtere Jahre erlebt. Nach dem Schweizer Eigentümer Airesis steigt Ende 2013 die Münchner Beteiligungsgesellschaft Emeram ein, und damit beginnt die stärkste Wachstumsphase der Firmengeschichte.

Für 2025 nennt Boards & More selbst 306 Mitarbeitende, 113 Millionen Euro Umsatz, 99 belieferte Länder und 2.602 Händler. Zum Vergleich: 2012 waren es knapp 45 Millionen Euro. Ende 2021 hat Emeram die Beteiligung in einen sogenannten Continuation Fund überführt, federführend war der Secondary-Investor Coller Capital. Übersetzt heißt das: Die Firma gehört weiter Finanzinvestoren, nur länger als ursprünglich geplant. Die Standorte sind Molln in Oberösterreich und Oberhaching bei München.

Die Firma, die dir deinen Knieschoner verkauft, hat das Wingfoilen mit erfunden.

Die großen Würfe: Kite, Windsurf, Wing

2016 entsteht mit Boards & More Inc. eine eigene US-Tochter. 2018 bündelt die Gruppe alle Kite-Produkte unter der neuen Marke Duotone, ab August 2018 laufen auch die Windsurfsegel unter diesem Namen, im selben Jahr eröffnet ein Büro in Brasilien.

Der vielleicht größte Coup folgt 2019: Wingfoilen. Du stehst auf einem Board mit Unterwasserflügel und hältst einen handgeführten Flügel in den Wind, ganz ohne Leinen. Duotone zählt zu den Wegbereitern, einer der ersten Wing-Prototypen stammt von Entwickler Ken Winner. Aus der Pionierrolle wurde Marktführerschaft, die nach Unternehmensangaben heute wesentlich zum Wert der Gruppe beiträgt. Seit 2025 gibt es mit Duotone Electric auch elektrisch unterstützte Foil-Systeme.

Und Fanatic? Die Traditionsmarke hat Boards & More einst zum Weltmarktführer bei Windsurfboards gemacht und gehört bis heute zur Gruppe. Parallel ist Duotone zur großen Dachmarke für den Wassersport gewachsen: 2023 kamen Windsurfen und Wingfoilen dazu, 2026 Stand-up-Paddling. Entwicklung, Teamfahrer und Produktlaunches laufen in der Gruppe längst eng verzahnt.

Für uns Biker ist das mehr als eine Randnotiz. Es zeigt, wie diese Gruppe tickt: Sie denkt in gemeinsamen Plattformen und bündelt Know-how über Markengrenzen hinweg. Genau so arbeiten heute auch ION und SQlab zusammen, dazu gleich mehr.

Warum ein Wassersportler aufs Bike setzt

Der Weg ins Bike-Geschäft führt über ION. Die Marke startet 2004 als Neopren-Sparte für Wassersportler, 2013 folgt ION Bike mit Bekleidung, MTB-Schuhen und Protektoren. Das passt besser, als es klingt: Wer jahrelang Neoprenanzüge baut, versteht etwas von Material, das eng anliegt, sich mitbewegt und trotzdem hält. Tester beschreiben das Anziehen der klassischen K-Pact-Knieschoner nicht zufällig wie das Schlüpfen in einen Neoprenanzug: erst stramm, nach ein paar Minuten vergessen.

2021 kauft Boards & More den Ergonomie-Spezialisten SQlab. Gegründet 2003 von Tobias Hild, hatte sich SQlab mit Sätteln und Griffen einen Namen gemacht, Hild blieb als Geschäftsführer an Bord. Im Oktober 2024 zog SQlab von Taufkirchen in die Zentrale nach Oberhaching, Anfang 2025 wurden SQlab und ION Bike in einer gemeinsamen Bike-Division zusammengelegt.

Die Logik dahinter: Wassersport hängt an Wind, Wetter, Reiselust und kurzen Saisons. Das Bike ist ein zweites Standbein, das dieses Risiko abfedert. Und es ist ein Markt, in dem Passform und Komfort zunehmend den Unterschied machen.

SQlab: Ergonomie statt Einheitsgröße

SQlabs Grundidee ist simpel: Jeder Körper ist anders, also soll sich das Rad an den Menschen anpassen und nicht umgekehrt. Am bekanntesten ist die Sitzknochenvermessung. Du setzt dich auf eine Messpappe, die Abdrücke deiner Sitzknochen zeigen den Abstand, daraus ergibt sich zusammen mit deiner Sitzposition die Sattelbreite. Die Sättel gibt es in bis zu fünf Breiten. Dazu kommt das Stufenprinzip: Das Heck ist erhöht, damit die Sitzknochen die Last tragen und der empfindliche Dammbereich entlastet wird.

Neben Sätteln baut SQlab Griffe, Lenker, Pedale, Einlegesohlen, Hosen und Handschuhe, alles mit dem Ziel, die Kontaktpunkte zwischen Körper und Rad zu optimieren. Bei den Handschuhen gibt es aktuelle Modelle nicht nur in XS bis XL, sondern jeweils in einer schmalen und einer breiten Passform (Slim und Wide). Anfang 2026 hat die Marke auf einer Schulungstour an 15 deutschen Standorten rund 1.000 Teilnehmende aus dem Fachhandel in Ergonomie-Beratung geschult.

Einsteiger-TippDie häufigsten Beschwerden auf den ersten Touren sind eingeschlafene Hände und ein schmerzender Hintern. Dagegen hilft kein Carbonlaufrad, sondern der passende Sattel, ergonomische Griffe und Handschuhe, die weder zu eng noch zu weit sind.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Sattel. Der Sattel ist die heilige Kuh jedes Bikers. Jeder hat seinen, auf den er schwört, und jeder kennt mindestens einen, auf dem er nie wieder sitzen will. Entsprechend weit gehen die Meinungen in der Community auseinander. Die Realität ist simpler: Jeder Hintern ist anders. Genau da setzt SQlab mit der Vermessung an. Sie ist ein sehr guter Startpunkt, ersetzt aber nicht das Probesitzen beim Händler. Und wer von einem ganz anderen Sattel umsteigt, gönnt seinem Hintern am besten ein paar Ausfahrten zur Eingewöhnung.

ION Bike: Schutz, der auch wirklich sitzt

ION Bike deckt heute fast alles ab, was du am Körper trägst: Trikots, Hosen, Jacken, Schuhe, Helme, Handschuhe und Protektoren. Die Knieschoner der K-Pact-Serie sind seit Jahren ein Dauerbrenner in der Szene. Neu für 2026 ist ein Größensystem, bei dem die Konzernschwestern direkt zusammenarbeiten: Adaptive Sizing by SQlab.

Das Prinzip: Der Umfang, etwa am Oberschenkel oder an der Wade, bestimmt die Grundgröße von S bis XL. Deine Körpergröße entscheidet über die Länge, Short oder Tall. Macht acht Größen statt vier. Wer schon einmal einen Knieschoner hatte, der bei langen Beinen zu früh endet oder bei kurzen Beinen in der Kniekehle Falten wirft, versteht sofort, warum das Sinn ergibt. Messen kannst du zu Hause, ION bietet dafür auch ein kostenloses Vermessungsset an.

Das neue Topmodell K-Pact SQ kostet 119,99 Euro und setzt auf einen RE-ZRO-Protektor mit Level-2-Zertifizierung nach EN 1621-1. Der Einsatz ist herausnehmbar und laut Hersteller biologisch abbaubar, allerdings ausdrücklich nur unter definierten Deponiebedingungen, also nicht auf dem Komposthaufen. Dazu kommen ein abriebfestes Overlay vorne, luftiges Mesh in der Kniekehle und Silikon gegen Verrutschen. Die leichteren Arcon Lite und Arcon Core arbeiten mit Level-1-Schutz, beim Brustpanzer Arcon HD Pro hat Freeride-Legende Nico Vink mitentwickelt.

Level 1 oder Level 2?Die Norm EN 1621-1 misst, wie viel Kraft bei einem Aufprall durch den Protektor hindurchkommt. Bei Level 1 sind es im Schnitt höchstens 35 Kilonewton, bei Level 2 höchstens 20. Level 2 schützt also deutlich mehr, ist aber meist dicker und wärmer. Faustregel: Für Bikepark und Enduro Level 2, für Touren und den Hometrail reicht oft Level 1, den du dafür auch bergauf gern anbehältst.

Was sagt die Szene? Langjährige K-Pact-Fahrer loben Passform und Schutz, viele kaufen den Nachfolger schlicht, weil der alte nach Jahren verbraucht ist: ausgeleierte Gummizüge, erste Löcher, und ja, auch der Geruch wird regelmäßig erwähnt. Ältere Modelle fielen zudem eher klein aus, wer zwischen zwei Größen lag, musste oft eine größer nehmen. Genau dieses Problem soll das neue System lösen. Einzelne Stimmen vermissen bei der Neuauflage die Kunststoffplatte, die früher bei der HD-Variante außen saß und bei einem Sturz über den Boden gleiten sollte. Offen ist auch, wie sich das neue Protektormaterial bei kühlen Temperaturen anfühlt. Das beantworten erst ein paar Herbstmonate auf dem Trail.

Unsere Einordnung

Boards & More ist kein Garagenprojekt und keine Kultmarke mit Gründermythos. Es ist ein von Finanzinvestoren getragener Konzern, der konsequent in Plattformen denkt. Der Begriff Weltmarktführer stammt aus der Eigenbeschreibung, und die Preise für ION und SQlab liegen im oberen Segment.

Trotzdem ist das, was die Gruppe im Bike-Bereich macht, für Normalfahrer relevant. Adaptive Sizing ist kein Marketing-Gag, sondern eine logische Antwort auf ein echtes Problem, und die Verbindung aus Ergonomie-Wissen und Protektorenbau gibt es so bei kaum einem anderen Anbieter. Wenn du gerade mit dem Mountainbiken anfängst, investierst du dein erstes Geld ohnehin am besten dort, wo Boards & More stark ist: Knieschoner, Handschuhe, Sattel. Miss vorher nach, probier an, und kauf erst dann.

Das erste Geld gehört an die Kontaktpunkte, nicht ans Carbon.

Gewinnspiel: SQlab-Handschuhe und ION-Knieschoner

Jetzt der schöne Teil. Boards & More hat uns Ausrüstung für ein Gewinnspiel zur Verfügung gestellt, und die verlosen wir auf unserem YouTube-Kanal.

  • Zu gewinnen: SQlab-Handschuhe, je ein Paar in S, M und L
  • Außerdem: ION Knee Pads K-Pact, Unisex, ein Paar in Größe L
  • Verlosung: live am 31.10.2026 in unserem neuen #MTBlive auf YouTube, dort erfahren die Gewinner auch direkt von ihrem Glück
  • Kanal: @radicallifestudios
  • Teilnahme: offen für alle, alle Details in den Teilnahmebedingungen

Unser Tipp: Miss vor der Teilnahme kurz deine Hand und deinen Beinumfang. Dann weißt du, welche Handschuhgröße du dir wünschst und ob dir der Knieschoner in L passt. Abo nicht vergessen, damit du den Livestream nicht verpasst.

Transparenzhinweis: Die Gewinnspielpreise wurden von Boards & More zur Verfügung gestellt. Auf den redaktionellen Inhalt hatte das Unternehmen keinen Einfluss.

Published by Radical Life Studios / MTB Report


No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert