Veröffentlicht von den Radical Life Studios / MTB Report

Schwalbe hat eine neue Seite live geschaltet: den Schwalbe Pressure Guide. Das Ding läuft aktuell ganz bewusst als BETA, Schwalbe sagt offen, dass Funktionen und Ergebnisse noch angepasst werden können, und lädt zum Testen ein. Wer nach der Berechnung den kurzen Fragebogen ausfüllt, hilft dabei, das Tool „praxisnah“ weiterzuentwickeln. Feedbacks sind laut Schwalbe bis 31. März möglich.

Was ist das – und warum ist das für MTB/E-MTB relevant?

Luftdruck ist die billigste, aber oft wirkungsvollste „Modifikation“ am Bike: Er entscheidet über Grip, Komfort, Stabilität, Rollwiderstand und Pannenschutz und trotzdem fahren viele von uns mit „irgendwas“, weil’s schnell gehen muss oder weil man nicht mehr weiß, was heute eigentlich richtig ist. Genau da setzt Schwalbe mit dem Guide an: schnell zu einem sinnvollen Startwert, statt stundenlangem Rumprobieren ohne System.

Als Orientierung sieht man beim bestehenden Schwalbe-Rechner (Pressure Prof) sehr klar, wie Schwalbe das Thema denkt: Er berücksichtigt u. a. Fahrergewicht, Reifenbreite, Felgeninnenweite, Fahrstil, Können, Untergrund (inkl. nass/trocken), Reifensystem (Tube/Tubeless etc.) und Karkasse und gibt getrennte Empfehlungen für Front/Rear aus.

Für wen ist der Pressure Guide gedacht?

Ich sehe drei Zielgruppen, für die das Tool richtig Sinn macht:

1) Normalfahrer mit echten Alltagsbedingungen
Du fährst Trail, Tour, bisschen Enduro, bisschen „Wetter ist mir egal“ aber du willst, dass das Bike berechenbar bleibt. Der Guide ist perfekt, wenn du keinen Bock mehr auf „zu hart = rutschig“ oder „zu weich = Durchschläge“ hast, sondern einfach einen guten Ausgangspunkt willst.

2) E-MTB-Setups & schwere Kombis
E-Bike plus Rucksack plus Klamotten plus winterliche Trails – das ist ein anderes Spiel als Sommer-Hardtail mit leerem Hipbag. Gerade da bringt ein systematischer Startwert viel, weil du nicht jedes Mal wieder bei Null anfängst. (Der Pressure Prof rechnet laut Schwalbe sogar Bike-/Ausrüstungsanteile mit ein.)

3) Alle, die „feintunen“ wollen, ohne Profi zu sein
Wenn du bereit bist, danach in kleinen Schritten zu korrigieren, ist so ein Rechner Gold wert: erst Empfehlung, dann dein persönlicher Sweet Spot – und fertig.

Wichtig: Das Tool nimmt dir nicht das Denken komplett ab

Schwalbe betont beim etablierten Rechner zwei Punkte, die ich 1:1 unterschreibe:

  • Maximaldruck von Reifen und Felge einhalten.
  • Die Empfehlung ist ein Startwert, Feintuning bleibt subjektiv – dein Fahrgefühl zählt.

Außerdem wichtig für die Einordnung: Beim Pressure Prof steht ausdrücklich, dass sich die Angaben auf Schwalbe MTB-Reifen beziehen.

Schwalbe macht hier das Richtige: Nicht so tun, als gäbe es „den einen perfekten Druck“, sondern ein Tool anbieten, das dich schneller in die richtige Richtung bringt – und es in der Beta sogar mit der Community praxisnäher machen will. Wenn du oft wechselnde Bedingungen fährst (Winter-Matsch ↔ trockene Trails, Tour ↔ Bikepark), ist das genau die Art Hilfe, die wirklich etwas bringt.


Teste den Pressure Guide, fahr die Werte bewusst einmal gegen dein Gefühl – und gib Schwalbe Feedback. Wenn viele MTB/E-MTB-Leute mit realen Setups antworten, wird das Tool am Ende auch realer.


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