Serfaus Fiss Ladis mit dem MTB Bikepark, Zirbentrail und Frommestrail im Check

Neun Lines an der Waldbahn, zwei der schönsten Singletrails Tirols und ein Geologie-Geheimnis auf 2.500 Metern: Was dich in Serfaus-Fiss-Ladis erwartet.

Serfaus-Fiss-Ladis gilt als Familienregion. Für Mountainbiker steckt aber mehr dahinter: ein ausgereifter Bikepark, ein dichtes Netz an Bahnen und, weiter oben, naturnahe Singletrails mit Blick ins Inntal. Unser Redakteur Rob war im September für die #MTBlife Folge S04E22 zwei Tage vor Ort, am ersten Tag im Bikepark, am zweiten auf Zirbentrail und Frommestrail. Hier ist der Check mit allen Infos für deine Planung.

Die Region in Kürze

Serfaus, Fiss und Ladis liegen auf einem Sonnenplateau zwischen 1.200 und 1.400 Metern über dem Tiroler Oberinntal. Mit über 2.000 Sonnenstunden im Jahr zählt die Gegend zu den sonnigsten in Tirol. Gondeln und Sessellifte verbinden die Dörfer mit dem Bikepark, den Singletrails und Almwegen bis auf rund 2.600 Meter.

Anreise

Aus Süddeutschland kommst du am schnellsten über Kempten, Reutte und den Fernpass nach Landeck, von dort ins Oberinntal und hinauf nach Fiss. Aus dem Raum Stuttgart ist die Route über Lindau und den Arlberg eine gute Alternative, landschaftlich besonders schön über den Arlbergpass statt durch den Tunnel. Rechne ab München mit rund drei Stunden, ab Stuttgart mit rund vier. In Österreich brauchst du eine Vignette, für den Arlbergtunnel eine extra Maut.

Bikepark an der Waldbahn: neun Lines für alle Levels

Der Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis ist seit 2013 in Betrieb. Die Waldbahn in Fiss, eine 8er-Gondelbahn, bringt dich auf 1.840 Meter. Von dort starten drei blaue, vier rote und zwei schwarze Lines.

FarbeLinesCharakter
BlauMilky Way, Vuelta, Morning GloryMilky Way als Einsteiger-Line (rund 3 km), Morning Glory kurz mit größeren Anliegern und kleinen Sprüngen
RotStrada del Sole, Supernatural, Freeride TrailStrada del Sole als Hauptroute (rund 2,8 km) mit Wallrides, Supernatural als Alternative
SchwarzHill Bill, DownhillWurzeln, Rock Gardens, Drops, Northshore

An der Talstation gibt es Pumptrack, Übungsgelände, Kids Park, Landing-Airbags sowie Bikeshop und Verleih. An der Waldbahn musst du in der Hochsaison mit Wartezeiten rechnen.

Unser Eindruck: Der Park ist durchdacht, gut gepflegt und bietet für jedes Level etwas. Die Morning Glory ist der Geheimtipp unter den Blauen, die Strada del Sole der Spaß-Klassiker. Rob kam nach einem Sommer mit Saalbach, Leogang, Paganella, Petzen und Jamnica allerdings ziemlich gesättigt an, und genau deshalb hat ihn am Ende eher das gepackt, was weiter oben liegt.

Zirbentrail 7083: der lange Blaue zum Shutteln

  • Start: Zwölferkopf, Bergstation Almbahn (knapp 2.600 m)
  • Länge / Höhenmeter: 9,1 km, 790 Hm bergab
  • Schwierigkeit: blau (leicht)
  • Anfahrt: Schönjochbahn ab Fiss aufs Fisser Joch (2.436 m), weiter zur Almbahn

Der Zirbentrail ist der längste Singletrail der Region und entstand aus dem früheren Almtrail, Flüstertrail und Zirbentrail. Oben weite Kehren durch hochalpines Gelände, unten Zirbenwald mit Northshore-Elementen, Wellen und Doubles. Das Beste: Er endet an der Talstation der Almbahn, du kannst also in Schleife fahren, ohne ins Tal zu müssen. Rob ist ihn viermal gefahren, jedes Mal schneller. Blau heißt hier: einsteigertauglich, aber mit Luft nach oben.

Frommestrail 7077: naturbelassen und fordernd

  • Start: Gipfelkreuz am Schönjöchl (rund 2.490 m), gut 60 Hm über Schotter ab Fisser Joch
  • Länge / Höhenmeter: 9,6 km, 871 Hm bergab
  • Schwierigkeit: rot (mittel), S2
  • Ende: über einen Almweg zurück nach Fiss

Steinplatten und Geröll im alpinen Teil, Tiefblicke ins Inntal, dann Wurzelpassagen im Fichtenwald an der Frommes Alp und Almwiesen. Ein Trail für alle, die Technik mögen. Achtung beim Einstieg: Am Fisser Joch startet auch der Jochtrail, der Richtung Serfaus führt. Für den Frommestrail musst du hoch zum Gipfelkreuz.

Sicherheitstipp: die letzten Meter

Wer den Frommestrail nach mehreren Runden Zirbentrail fährt, hat müde Beine. Die meisten Stürze passieren nicht im ersten, sondern im letzten Run: Konzentration und Linienwahl lassen nach. Plane Pausen ein, schau dir schwierige Stellen vorher an und nimm am Ende Tempo raus.

Hintergrund: das Unterengadiner Fenster

Rund um Serfaus, Fiss und Ladis hat die Erosion ein „Fenster“ in die überlagernden Gesteinsdecken gerissen, über 50 Kilometer lang. Darin liegt Bündner Schiefer, entstanden aus dem Schlamm eines Ozeans, der vor sehr langer Zeit zwischen den Kontinentalplatten lag. Die bräunlichen Verfärbungen im Gestein stammen von Eisen, im Grunde Rost aus dem alten Meeresboden. Du fährst hier also auf 2.500 Metern über einen ehemaligen Ozean.

Praktische Infos

  • Saison: Die Sommersaison der Bergbahnen lief 2026 vom 13. Juni bis 11. Oktober, der Bikepark startet meist mit einem Pre-Opening ein paar Tage früher. Termine für 2027 auf bike-sfl.at.
  • Tickets: Der Bike-Transport ist kostenpflichtig. Mit der Gravity Card bist du in vielen Alpen-Bikeparks unterwegs; prüf vorab, welches Ticket für deinen Plan passt.
  • Familien: Pumptrack, Übungsgelände und Kids Park an der Waldbahn.

Serfaus-Fiss-Ladis lohnt sich doppelt: als Bikepark für alle Levels und als Singletrail-Revier mit zwei Highlights, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Wer nur den Park fährt, verpasst die halbe Region. Die ganze Geschichte zum Trip siehst du in der #MTBlife Folge S04E22.

Real Ride. Real Talk. Real Life.

Published by Radical Life Studios / MTB Report


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